Etappe 4: Rundgang von Serra-di-Scopamema über Quenza und Aullène

Den eingeplanten Ruhetag verbringen wir auf einem Rundgang von Scopamena nach Quenza und Jallicu. Da wir ausreichend Zeit haben machen wir noch einen lohnenswerten Abstecher nach Aullène.

Steckbrief

Region: Südkorsika / Alta Rocca
Länge: 19,4 km
Wanderzeit: 6:33 h
Davon in Bewegung: 5:05 h
Bergauf: 862 m
Bergab: 785 m
Höchster Punkt: 1159 m
Tiefster Punkt: 692 m
Schwierigkeit: einfach

Wegbeschreibung

Heute morgen verabschieden wir uns von den Franzosen. Wir bleiben noch einen Tag in Scopamena um die Alta Rocca um Quenza zu erkunden. Die Franzosen laufen die Strecke in nur fünf Tagen, so dass sie jetzt immer einen Tag voraus sind.

Unser Tag ist als Erholungstag geplant. Wir wollen ohne Gepäck die Alta Rocca erkunden. Der Schreck kommt kurz darauf, ein paar Wanderstöcke fehlen! Das ist sehr ärgerlich, da morgen die Abstiege anstehen und die Stöcke die Knie doch sehr entlasten. Auf dem Weg zum fahrenden Bäcker kommt uns ein Engländer/Holländer entgegen, der anscheinend seine Stöcke verwechselt hatte. Glück gehabt! Der Bäcker hat Verspätung, wir treffen die Franzosen nochmals, kaufen ein Baguette und verabschieden uns endgültig.

Quenza
Quenza

Nur mit Proviant und Kamera bepackt gehen wir den Weg durch die schöne Schlucht zurück Richtung Quenza. Heute benötigen wir nur 40 Minuten wofür wir gestern 90 Minuten brauchten. Respekt an den 15kg Rucksack! Auf dem “Quenza Speedway” werfen wir unsere 1MS-Motoren an, der Zwei-Stock-Turbo kommt auf Touren, Klack klack klack wir rasen mit quietschenden Sohlen gen Quenza. Nach 90 Minuten sind wir da, 120 Minuten waren angeschrieben. Der Weg ist aber auch langweilig. Der Sprit von gestern Abend ist vollends ausgeschwitzt. Der Mineralhaushalt schlägt Purzelbäume als wir die göttlich süß-saftigen Birnen essen. Den Kater vertreiben wir mit stark magensiumhaltigem Wasser. Merke: Katzen sind wasserscheu!

Am Bocca d’Arja Petrosa
Am Bocca d’Arja Petrosa

Nach Quenza wird der Pfad fast hochalpin. Zügig geht es hinauf auf 1100m. Es knackt bedenklich im Unterholz und wir erwarten eine ganze Wildschweinrotte. Zu unserer Überraschungen bricht jedoch eine junge deutsche Bergführerin mitsamt Hund aus dem Gebüsch. Sie ist von einem Aktiv-Urlaubsveranstalter und zeigt einem neuen Kollegen eine Tagestour in der Gegend. Wir schliessen uns den beiden an -eher umgekehrt, wir sind zu deren Überraschung schneller- und erfahren wenig neues über den Wegabschnitt. Lediglich die Herberge “Chez Pierrot” an der Pferderanch in Jallicu soll sehr gut sein, insbesondere wenn man Essen gehen möchte. Das bestätigen uns die drei Deutschen im Nachhinein.

Aullene
Aullene

Auf dem Bocca d’Arja Petrosa machen wir Mittagsrast. Da wir noch viel Zeit haben entschliessen wir uns zu einem Abstecher nach Aullène. Dieser Nachbarort von Scopamena ist laut Reiseführer von 2004 vom Aussterben bedroht. Davon merken wir wenig. Am Ortsrand entstehen neue Ferienresidenzen neureicher Franzosen, viele Straßen sind neu und der Ort wird bestimmt durch Cafés.

Aullene
Aullene

Wir kaufen uns im Tante-Emma-Laden an der Tankstelle bei einer uralten verwittweten Korsin zwei Dosen Cola. Darüber und über die entstehende Unterhaltung ist die Alte so erfreut, dass sie uns mit Orangen und Bananen beschenkt. Offenbar kommen nur wenige Wanderer hierher und die durchfahrenden Touristen gehen lieber in die modernen Cafés. Schade eigentlich. Die gute Tat für heute ist also erledigt. Wir kaufen in einer Garage noch eine getrocknete hausgemachte Hartwurst. Nach der Besichtigung des imposant gelegenen Friedhofs gehen wir weiter nach Scopamèna.

Serra di Scopamena
Serra di Scopamena

Leider führt der Weg teilweise an einer Landstraße entlang. Am frühen Nachmittag sind wir wieder an der Herberge. Ein Blick aufs GPS bestätigt unsere Vermutung: Es war heute die längste und schnellste Etappe. Den Nachmittag vertrödeln wir noch in der Ortschaft und schauen die Kirche an. Beim Abendessen erfahren wir eine Sonderbehandlung und bekommen als “Stammgäste” ein eigenes Menü.

Der Abend geht schnell zu Ende. Alle neuen Gäste sind müde und die drei deutschen Jungs sind damit beschäftigt, ihren Rücktransfer nach Bastia zu organisieren. Sie haben morgen ihre letzte Etappe (Endstation Sainte Lucie) und müssen am Morgen darauf den frühen Bus in Propriano erreichen, was sich offenbar schwierig gestaltet. Wir fragen uns nur: Wozu hat man Reiseveranstalter?!

Fazit

Ohne Gepäck ist das Wandern sehr entspannend. In den Ortschaften gibt es einiges zu sehen. Quenza ist sehr pittoresk, und in Aullène kann man ebenfalls sehr gut einen Nachmittag verbummeln.

Alles in allem sind wir sehr froh, dass wir genau hier unseren Ruhetag eingelegt haben.

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