Anreise

Unser Flug 4U436 von Germanwings soll um 12:35 Uhr in Köln-Bonn starten. Wir treffen uns gegen 11:00 Uhr am Flughafen. Mein Auto kann ich für knapp 30 EUR im Parkhaus 3 stehen lassen. Das Parkhaus ist am weitesten entfernt von der Abflughalle und es gibt weder Gepäckwagen noch einen Shuttlebus. Mir als Rucksackwanderer ist das auch egal 🙂 Für den Fußweg bis zum Terminal darf man gut und gerne 20 Minuten einplanen. Es fällt ein leichter Nieselregen und mein neuer 8-EUR-Hut erhält seine Wassertaufe.

Wir checken gleich ein und geben die Rucksäcke als Normalgepäck auf. Philipps Rucksack bringt schlappe 12,4 kg auf die Waage, meiner hingegen schon 14,1 kg und dann habe ich noch die Kameratasche dabei. Uff, was hab ich da wieder alles eingepackt? Das Prinzip, nach welchem Germanwings zwischen Sperr- und Normalgepäck unterscheidet, ist uns nicht ganz klar. Vor uns in der Schlange waren zwei Mädels, die ihre wesentlich kleineren Rucksäcke als Sperrgepäckt aufgeben durften. Vielleicht gehts ja nach Gewicht?

Jetzt beginnt das Warten auf den Abflug. Im Duty-Free kaufen wir noch die Wanderration Whiskey in Plastikflaschen und gehen anschließend zum Gate. Um 12:00 Uhr kommt die Nachricht, dass sich der Flug um 30 Minuten verspätet. Als Einzigster natürlich! Unser Zeitpolster zur Busanbindung schrumpft damit auf 1:30 Stunden, was uns etwas nervös werden lässt.

Um 13:15 hebt der Flieger endlich ab. Der Flug verläuft ereignislos. Voller Stolz lösen wir unsere persönlichen “Happy-Picnic”-Snack-incl.-Getränk-Gutscheine ein, welche wir gratis zur Flugbuchung (oder incl.?) erhalten haben. Es gibt ein bombastisch zähes Vollkorn-Weich-Chemiebrötchen mit Schinken, eine Käseecke, einen Löffel Nachtisch und einen Schluck Cola. Ich bin begeistert!

Wir landen um 15:00 Uhr auf dem Flughafen von Bastia. Der Flughafen ist sehr überschaubar, so überschaubar, dass es nur ein einziges Gepäckfahrzeug gibt. Die Organisation ist nicht auf Paralellbetrieb ausgelegt. Da unser Flug Verspätung hatte, erhält eine Air-France-Maschine aus Paris Vorrang und wir müssen nochmal 30 Minuten auf unser Gepäck warten. Womit wir noch genau 50 Minuten für die 3-4 km zur Bushaltestelle haben, von der wir nichtmal genau wissen, wo sie eigentlich ist.

Für alle, denen die Beschreibung auf Corsica Bus nicht ausreichend ist, so sieht die Haltestelle aus:


Größere Kartenansicht

Aber bis dahin ist es noch ein hektischer Weg! Wir wollen ein Taxi vom Flughafen zur Bushaltestelle nehmen. Am Taxistand steigen gerade drei französische Pensionäre in das letzte der drei verfügbaren Taxis ein und fahren los! Und dahinter warten schon mehrere andere Rucksackwanderer, die offenbar den gleichen Plan wie wir verfolgen! ARGH! Wir schauen uns auf dem Parkplatz und der Zufahrt um, ob zufällig ein Taxi naht, welches wir den anderen wegschnappen können. Fünf Minuten später entscheiden wir uns zu Fuß zur Bushaltestelle zu gehen. 4 km in 40 Minuten ist illusorisch, aber immerhin besser als rumstehen und warten. Wir gehen im Stechschritt die D507 entlang und hoffen, dass uns ein Taxi entgegenkommt, welches wir abfangen können. Nach 30 Minuten taucht ein einzelnes Taxi auf. Wir können den Fahrer mit viel Mühe überreden, uns mitzunehmen. Für 10 EUR bringt er uns den letzten Kilometer bis kurz vor die Kreuzung. Es ist 16:15 und wir suchen die nicht markierte Bushaltestelle. Mehrere Busse ziehen im Feierabendverkehr vorüber. Um 16:50 hält dann der lang ersehnte Bus der Rapid Blues, mit 30 Minuten Verspätung.

Die Anspannung fällt ab, der Urlaub kann losgehen!

Um kurz nach 19:00 erreicht der Bus den “Gare routière Terre-plein du port”, einen großen sandigen geschotterten Platz in Hafennähe. Der Vermieter der heutigen Unterkunft holt uns mit seinem Geländewagen ab und bringt uns zu der Ferienwohnsiedlung nach Muratello. Als der Bus abfährt bemerke ich, dass ich meinen Hut vergessen haben. Natürlich. Kein Hut hat jemals einen meiner Wanderurlaube überstanden, aber so kurz hat noch keiner durchgehalten!

Fazit

Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass man am Flughafen auf Anhieb ein Taxi bekommt. Uns sind innerhalb einer Stunde gerade mal vier Taxis begegnet.

Die Busverbindungen in Korsika sind spärlich ausgebaut. Haltestellen sind selten markiert und sollten bei Einheimischen erfragt werden. Dass der Bus Verspätung hatte war purer Zufall. Im Allgemeinen werden sind die Fahrzeiten eingehalten.

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